10 einfache Schritte zu perfekten Fotos, ohne Profifotografen

10 einfache Schritte zu perfekten Fotos, ohne Profifotografen

10 einfache Schritte zum perfekten Foto auch ohne geldgeile Profifotografen

Hand aufs Herz, die meisten Fotografen sind einfach zu teuer. Sobald man die Preisliste sieht, klappt einem das Kinn bis zum Bauchnabel und man möchte einfach nur noch flüchten.

Der Wunsch nach hochqualitativen Fotos ist bei Vielen groß, denn ein Bild bleibt schließlich für die Ewigkeit, und so jung und hübsch kommen wir alle ja nicht mehr zusammen. Und dennoch, warum sollen wir unser letztes Hemd dafür lassen?

Die Zeiten in denen „Fotograf“ noch ein echtes Handwerk war, sind mit der fortschreitenden Digitalisierung längst verschwunden. Moderne Spiegelreflexkameras liefern geniale Ergebnisse und wirklich was können muss man dafür auch nicht, schließlich sagt dir die Kamera schon beim Durchsehen durch den Sucher, ob dein Bild richtig belichtet ist und wenn man es dann doch mal verkackt hat, gibt’s ja zum Glück noch Photoshop.

Fazit: Hände weg von Fotografen, die für eine Hand voll Bilder mehrere hundert Euro verlangen!

Der bessere Weg: Drückt doch lieber einer/einem Bekannten eine Kamera in die Hand und lasst die paar Bilder von dem knipsen, die machen das schließlich gerne und nehmen bestimmt kein Geld von euch. Und mit ein paar einfachen Tipps, bekommt ihr so wundervolle Bilder in der gleichen Qualität, wie sie euch der teure Profifotograf liefern würde!

 

Nächste Woche ist Hochzeit, also dann mal los mit den Tipps!

Tip 1: Man sagt zwar immer, es kommt nicht auf das Equipment an, aber wer fotografieren möchte, braucht auf jeden Fall mal eins: Eine Kamera!

Da ihr ja den Anspruch habt, hochqualitative Bilder zu machen, die später vielleicht sogar mal auf Leinwand oder Aludibond gedruckt werden sollen, ihr ja auch mal kreativ seid und bei Dämmerlicht oder in geschlossenen Räumen fotografieren wollt, in so ner Kirche geht es ja eher um Erleuchtung statt Beleuchtung, wäre es schon sinnvoll, zu einer Vollformatkamera zu greifen. Am besten nehmt ihr ein gängiges Modell, nicht das teuerste, nicht das billigste, ihr nehmt eine Canon 6D, Kostenpunkt ca. 1100 Euro.

Eine Speicherkarte mit 16GB bekommt man für 8 Euro ja schon fast geschenkt.

Tip 2: Ein Objektiv wäre gut.

Super, für Canon gibt es so viele Objektive, Details und Porträt+ (130 Euro), ab damit in den Einkaufswagen!

Tip 3: Üben!

Gib deiner Freundin oder deinem Freund mal ein Wochenende, um sich mit der Bedienung vertraut zu machen und dann geht es ab in den Wald für ein paar Probebilder!

Hm, die Bilder sind alle verwackelt oder haben überall kleine Pünktchen? Könnte daran liegen, dass die Belichtungszeit zu lang war, oder der automatische ISO im dunklen Wald in enorme Höhen geschossen ist? Was er falsch gemacht hat, weiß unser frisch herangezüchteter Fotograf leider nicht, eigentlich weiß er gar nicht WAS er überhaupt gemacht hat, außer auf den Knopf zu drücken, Automatikmodus sei dank.

Also erst mal ab nach Hause und in einschlägigen Foren nach Lösungen für euer Problem suchen. „AktHeinz53“ – immer auf der Suche nach neuen Modellen, schlägt vor, es mal mit Blitz zu versuchen, wenn die Belichtung nicht stimmt.

Tip 4: Blitz kaufen. Ihr habt Glück und sichert euch ein Top Angebot im Internet für 20 Euro!

Tip 5: Erste Tests mit Blitz negativ! Fortbildung! Man lernt nie aus!

Die Buchhandlungen und das Internet sind voller Fortbildungsliteratur. „Richtiges Blitzen“, „Kreatives Blitzen“, „Entfesseltes Blitzen“. Ihr kauft ein Buch für Einsteiger, Kostenpunkt ca. 30 Euro.

Eine Woche später hat euer Privatknipser das Buch durch, manches hat er verstanden, manches aber auch nicht und ein erneuter Testshoot zeigt: Da ist noch ordentlich Luft nach Oben!

Tip 6: Was ist das Ziel und wie komm ich da hin?

Beim Profiworkshop auf YouTube hat euer Privatknipser vor allem eins mitgenommen: Erstmal richtig fotografieren lernen, der Profi hat irgendwie von Hyperfokaler Distanz, Blitzreichweite, Blende, ISO, Brennweite und Zeit gesprochen, mit dem ihr euch zuallererst auseinander setzen solltet. Nachdem ihr euch so ein paar Nächte um die Ohren geschlagen habt und wieder und wieder die Bedienungsanleitung durchforstet habt, fühlt ihr euch so langsam bereit, zu fotografieren.

Eure Waldtestbilder werden diesmal okay, euer Privatfotograf kämpft zwar immer noch etwas mit Bildschnitt und Lichtsetzung, aber wenigstens sind die Bilder scharf. Genauso wie der Hintergrund im Übrigen, wie kann das denn sein? Wenn man nah rangeht ist doch auch alles Matsche, aber sobald man mal ein Ganzkörperbild macht, nicht mehr? Ääh? Kann nur an der Blende liegen? Oder an der Brennweite? Oder an beidem?! Oder ist der Abstand an sich schuld? Wenigstens der ISO ist dieses Mal unschuldig!

Tip 7: Nachbeabeitung:

Wenn man beim Fotografieren versagt hat, kann man ganz einfach (fast) alles noch bei Photoshop retten. Photoshop Elements 100 Euro, ein Schnäppchen!

Dank „Weichzeichner“ könnt ihr euch so die fehlende Hintergrundschärfe super nachträglich einzeichnen! Sieht blöd aus? Ihr spendiert eurem Privatknipser ein Webinar zum Thema Bildbearbeitung für Einsteiger, Kostenpunkt ca. 60 Euro. Der lernt nun jede Menge toller Sachen über Ebenen, Kontraste, Gradationskurven, Tonwertkorrektur, vielleicht sogar etwas übers Pickelwegstempeln (dann muss er wenigstens die Haut nicht mehr weichzeichnen, Gott sei Dank!), aber Weichzeichner auf den Hintergrund zu klatschen und die Person dann mehr oder minder gut auszumaskieren, erzielt immer noch nicht den gewünschten Effekt. Hm, wie wäre es mit einem neuen Objektiv, das euch das gewünschte Ergebnis direkt „out of Cam“ liefert?

Tip 8: Nachbessern

Das vorhandene Objektiv bringt es nicht mehr, ihr wollt ein Objektiv, dass eine tolle Unschärfe und ein zauberhaftes Bokeh liefern kann. Eine lange Brennweite und eine schöne Offenblende wären ein guter Start. Ihr entscheidet euch für das 135mm 2.0, der wunderbare Objektiv kostet euch knapp 1000 Euro.

Tip 9: Weiter üben

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, eure Bilder sind nun von technischer Seite aus ganz gut, bei Bildschnitt und Lichtsetzung hapert es immer noch, und so wirkliche Posingideen habt ihr auch nicht. Euer Privatknipser hat sich mittlerweile in die Thematik eingelesen und folgt einigen Fotografen online, Zeit ihn zu einem seiner Idole auf Workshop zu schicken, damit er lernt den angestrebten Stil besser zu kopieren, Kostenpunkt ca. 200 Euro.

Tip 10: Feinschliff

Euer Privatfotograf weiß inzwischen eine Menge über Fotografie und Bearbeitung, und auch, was er alles brauch, um an sein Ziel zu gelangen. Ihr kauft also noch ein paar Kleinigkeiten wie ein paar Sets an Lightroom-Presets/Photoshop-Actions, und ein paar Licht-Wolken-was-auch-immer-Overlays – ca.50 Euro, wurde euch von „AktHeinz53“ – immer auf der Suche nach neuen Modellen, empfohlen.

Tadaaa, fertig ist euer eigener Privatfotograf! Ihr müsst ihn nicht bezahlen und könnt so viele Bilder haben, wie ihr wollt!

Mag ja sein, dass der Profifotograf etwas mehr Erfahrung, vielleicht sogar Talent hat, als euer Bekannter, aber so gehen die Bilder jetzt doch wenigstens in die richtige Richtung! Rechnen wir jetzt also mal zusammen, was uns der ganze Spaß gekostet hat:

1650 (Kamera)

8 (Speicherkarte)

1135 (Objektiv)

20 (Blitz)

30 (Fotobuch)

100 (Photoshop)

50 (Actions/Presets/Overlay-Schnickschnack)

———————

2993 Euro insgesamt

Aah, ganz vergessen, wenn die Ausrüstung nur für die Hochzeit benötigt wird, man kann diese auch ganz einfach ausleihen, unter Kurse / Schulungen / Workshops / Lehrgänge :: Leihservice

Wie gut, dass euer Privatknipser nur Hobbyist ist und nicht noch weiteres Geld für Gewerbeanmeldung, Handwerkskammer, Steuern für Vater Staat und private Krankenversicherung/Altersvorsorge abdrücken muss. Eine Webseite und Domain muss er auch nicht bezahlen und versichert ist sein Equipment zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nicht. Haben wir eigentlich schon über einen graphikstarken Computer für die Bildbearbeitung gesprochen? Der Bildschirm, müsste dann übrigens auch noch kalibriert werden, aber solange ihr eure Fotos bei Bilderbärenstark, selbst ausdruckt, ist die Mühe eh für die Katz.

Die ganze Zeit die ihr mit Herumprobieren, Rescherschieren, Nachlesen und dann ultimativ auch für eine ordentliche Retusche verschwendet habt, kommt im Übrigen noch hinzu, dafür lässt sich nur schwer ein Wert ermitteln, daher hoffe ich einfach mal, dass euch das ganze wenigstens ganz dolle Spaß gemacht habt, sonst könnt ihr es nämlich leider unter „Verschwendete Lebenszeit“ abhaken.

Seid ihr geschockt von dieser Beispielrechnung? Ist euch das etwa immer noch zu teuer? Dann versucht es doch mal bei einem netten Hobbyfotografen, da weiß man zwar nie, an wen man gerät, aber der macht es billiger, vielleicht sogar ganz umsonst, hey, AktHeinz53 sucht schließlich noch nach Modellen, nicht wahr? 😉

In dem Beitrag geht es nicht darum, Hobbyfotografen durch den Kakao zu ziehen, sondern lediglich darum, aufzuzeigen, was ein Fotograf alles bieten muss, wenn er ein Fotoshooting anbietet. Meine Rechnung ist beispielhaft und enthält bei Weitem nicht alle Kosten, die Fotografen tragen, vielleicht erlangt der eine oder andere so aber dennoch ein besseres Verständnis dafür, wie die Preise für Shootings zustande kommen. Es gibt auch viele Professionelle Fotografen die autodidaktisch, wie es auf deren Homepages heißt, sich alles angeeignet haben, fragt diese doch bei der Beauftragung mal nach dem Moiré-Effekt, oder der chromatische Aberration – Ihr wisst ja jetzt bescheid.


 

 


Quelle: Four Corners Photography | 11 einfache Schritte zu perfekten Bildern auch ohne geldgeile Profifotografen


 




 

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1. Dezember 2015 / by / in , ,
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